NIMBUS 4 von HKM - Eine Super-Orchidee im Maßstab 1:4

Ein Testbericht von Prof. Dr. Stephan Lämmlein

Ist er euch wirklich Scale?

Keine Frage: Der Nachbau eines Offenen-Klasse-Segelflugzeugs mit einer Streckung von 38,8 ist für einen kommerziellen Hersteller durch aus mutig. Viele Produzenten schummeln hier mit etwas mehr Flügeltiefe oder kleinerer Spannweite. Nicht so HKM. Beim Nachmessen der Einzelteile offenbart sich der Genauigkeitsanspruch des Herstellers. Bis auf den Milli-meter genau sind alle Abmessungen im Maßstab 1:4 realisiert.


Die einzige Ausnahme bildet das Höhenleitwerk: Dieses ist, wie bei den meisten Großsegler Modellen, bewusst größer gehalten (Spannweite 1000 mm statt 775 mm). Mit dieser Maßnahme wird der geringere Auftriebsanstieg des Leitwerksprofils bei kleinen Re-Zahlen kompensiert und so die flugmechanische Stabilität verbessert.
Zum Orignal-Erscheinungsbild tragen weitere wesentliche Details bei: Das stabile Alu-Einziehfahrwerk trägt ein luftgeflülltes Rad mit 100 mm Durchmesser (4 Zoll). Die Fahrwerksklappen sind sauber ausgesägt und schon fertig anscharniert. Das Thema „Vorfertigungsgrad“ ließe sich noch fortsetzen.

Zügige Fertigstellung

Alles in allem geht die fertigstellung des Modells sehr zügig voran. An keiner Stelle erlebt man unliebsame und damit zeitaufwändige Überraschungen. Alle Detaillösungen sind überzeugend und bedürfen keinerlei Modifikationen. Die Stromversorgung übernehmen 2 x 5 Zellen Sanyo 1800 SCE, die über eine Schottky-Diode zusammengeschaltet werden. Damit sind über vier Stunden Flugspaß mit ausreichend Sicherheitsreserven garantiert. Natürlich könnte man, da noch etwa 900g Trimmblei benötigt werden, noch größere Akkus einsetzen. Aber erstens sind die zusammen 3600mAh mehr als ausreichend und zweitens passen die 10 SC Zellen exakt unter die Sitzwanne. Um die Empfängerplaztine nicht unnötig zu belasten werden die Flügelservos direkt aus der Batterie gespeist. Im Empfänger selbst stecken dann nur noch die Impulsleitungen. (Siehe dazu den Bericht „Total vernetz“ von R. Wenzel in FMT 01/2003). Auf eine elektronische Doppelstromversorgung kann verzichtet werden –sorgfä#ltige Akkupflege ist wichtiger.
Das Oberflächenfinish ist bereits perfekt und bedarf keiner weiteren Nacharbeit. Allerdings sollte man einem solch vorbildtreuen Vogel auch eine entsprechende Innenausstattung gönnen:
Hier wurde auf das 1:4 Cockpit- Set von Multiplex zurückgegriffen. Und in der Sitzwanne darf eine vorbildtreue Pilotenpuppe nicht fehlen. Hier sind die „Scale Pilots“ von Axel Pfannmüller absolut erste Wahl (www.axels-scale-pilots.de). Erst mit einer solchen Puppe erhält das Cockpit ein perfektes Gesicht!
Trotz der zügigen Montage sollte man bis zur endgültigen Fertigstellung etwa 40 Stunden einkalkulieren. Was man oft vergisst: so an die 80 Lötstellen müssen mit größ er Sorgfalt ausgeführt werden.

Fazit

Problemloser F-Schlepp, sicherer Hochstart vom Boden und Start aus der Hand am Hang: Im Dreisprung verdient der Testkandidat nur Bestnoten. Unproblematische Flugeigenschaften, überragende Flugleistungen und ein wunder schönes Flugbild machen das Modell zu einem echten Star am Modellflughimmel. Indem Erfahrungen mit Wettbewerbsmodellen in den Entwurf eingeflossen sind ist dem F3J/F3B Spezialisten HKM aus Mönchengladbach ein ganz großer Wurf gelungen.

Prof. Dr. Stephan Lämmlein